Skip to main content

Reibeisenhaut behandeln mit Microneedling – so kann man Keratosis pilaris loswerden

Reibeisenhaut Behandlung

„Du hast ja Gänsehaut!“ – Ein Ausdruck, den viele Menschen hören, die unter Reibeisenhaut leiden. Die kleinen Pünktchen entlang der Arme sind dennoch kein Anzeichen von Kälte, sondern eine gar nicht so seltene Hautveränderung. Mediziner sprechen in dem Fall von Keratosis pilaris.

 

Was Sie über das Phänomen wissen sollten und wie Sie die unebenen Hautstellen selbst behandeln könnten, steht hier.

 

 

Was ist Reibeisenhaut?

Keratosis pilaris ist eine Verhornungsstörung der oberen und mittleren Hautschicht. Dabei kommt es zu einer Knötchenbildung der Haut. Betroffen sind immer nur die Haarfollikel. Diese Verstopfen unter dem Einfluss von zu viel Talg und bilden jeweils einen kleinen Pfropfen.

Optisch macht sich Keratosis pilaris dadurch bemerkbar, dass sich kleine Pickelchen erheben. Sie sitzen meist eng beieinander und treten flächig auf.

Weil die weißen oder roten Pünktchen gut erkennbar sind, wirkt das Hautbild gestresst und uneben. Beim Darüberfahren fühlt sich die Haut holprig und rau an. Aus diesem Grund nennt man die Störung „Reibeisenhaut“. Keratosis pilaris ist nicht ansteckend.

 

Ursachen – wie entsteht Reibeisenhaut?

Bei Keratosis pilaris verstopfen die Follikel der Haarwurzeln. Was dabei genau im Körper passiert, ließ sich bisher nicht eindeutig erforschen. Man vermutet zwei Ursachen, welche die Symptome auslösen könnten:

Einerseits ist eine Fehlsteuerung im Inneren des jeweiligen Haarfollikels denkbar. Ursächlich wäre eine übermäßige Produktion von Keratin innerhalb des Follikels, wodurch die Hautpore verstopft.
Andererseits könnte aber auch der Haarschaft für die ungebremste Verhornung zuständig sein, indem er zu viel Talg ausschüttet.

 

Wo kommt Reibeisenhaut vor?

  • Außenseite der Arme, insbesondere an den Oberarmen.
  • Am Rücken bis hinab zum Po.
  • Vom Po abwärts entlang der Außenseiten der Oberschenkel.
  • Im Gesicht, insbesondere im Bereich der Wangen.

 

Wichtig: Überall dort, wo Haarfollikel vorkommen, kann sich die Hautstörung entwickeln. An absolut haar-freien Körperstellen (Handinnenseiten, Fußsohlen) kann die Störung nicht auftreten.

 

Mögliche Symptome für Keratosis pilaris

Trotz intensiver Forschung konnte bisher kein sicherer Auslöser gefunden werden, der die Verhornungsstörung verursacht. Während einige Forscher von einer genetischen Disposition ausgehen, vermuten andere Wissenschaftler einen Zusammenhang mit dem Auftreten weiterer Krankheiten.

Diese Krankheiten werden mit Reibeisenhaut in Verbindung gebracht:

  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Adipositas
  • Hauterkrankungen wie Atopische Dermatitis oder Neurodermitis

Auffällig ist zudem, dass sich Keratosis pilaris scheinbar hormonell beeinflussen lässt. So können Betroffene beim Eintritt in die Pubertät oder mit dem Beginn einer Schwangerschaft oft eine Veränderung der Symptome an sich feststellen.

Ebenso gut könnten spezifische Unverträglichkeiten dahinterstecken. Insbesondere die Aufnahme von Gluten, Zucker, Kaffee oder Alkohol werden als Auslöser diskutiert.

 

Interessant ist, dass Menschen, die von Haus aus eher trockene Haut haben, tendenziell häufiger von Keratosis pilaris betroffen sind als Personen mit Mischhaut.

 

Wie ist der Verlauf der Erkrankung?

Die Krankheit verläuft meist gleichförmig. In der Regel gewöhnen sich die betroffenen Menschen daran. Zu Schmerzen kommt es nicht.

Nicht auszuschließen ist, dass die verstopften Haarbälge sich immer mal wieder entzünden. Juckreiz und starke Rötungen sind dann die Folge. Durch das Kratzen können Pfropfen aufplatzen, was zu leichten Blutungen führen kann.

Auffällig ist, dass sich die markanten Verhornungen saisonal verändern können. So zeigt sich bei vielen Betroffenen ein Rückgang im Sommer. Im Winter, bei fehlendem Lichteinfall und trockener Heizungsluft, nehmen die Symptome wieder zu.

 

Konventionelle Behandlung

Die kleinen Punkte lassen sich weder chirurgisch entfernen noch stellen sie eine gesundheitliche Gefahr dar. Eher ist Keratosis pilaris ein optisches Problem.

Häufig werden lokal wirkende Cremes verschrieben. Die Produkte versorgen die Haut nicht nur mit Feuchtigkeit, sondern enthalten als Wirkstoff Milchsäure, Harnstoff, Salicylsäure oder Retinol.

Zusätzlich könnte bei stark ausgeprägter Reibeisenhaut über eine Therapie mittels Laser nachgedacht werden. Ebenso sind chemische Peelings denkbar. Die Kosten müssten privat getragen werden.

 

Microneedling gegen Reibeisenhaut – was wirklich hilft

Es handelt sich um eine Verhornungsstörung der Haut. Insofern ist es nur logisch das Problem da anzugehen, wo es sich zeigt – nämlich an der Hautoberfläche. Eine neue Methode, um der Haut dabei zu helfen, die lästigen Talg-Pfropfe loszuwerden, ist Microneedling.

 

Wie wirkt Microneedling gegen Keratosis pilaris?

Die Nadeln perforieren die Pickelchen regelrecht. Alle verhornten Poren werden mit Hilfe eines Dermapen oder Dermaroller quasi von oben aufgeritzt. Dieser intensive Impuls führt zu zwei Effekten:

Einerseits fördert jeder Einstich in der Tiefe der Haut die Bildung neuer, gesunder Zellen.

Andererseits lösen sich abgestorbene Hautschüppchen im Rahmen der einsetzenden Wundheilung schneller. Der eingeschlossene Hauttalg wird abgebaut.

 

Das Ergebnis: Im Laufe der Therapie ziehen sich die Hautporen auf ein normales Maß zusammen. Sie werden – ohne den übermäßigen Talgeinschluss – wieder fit.

 

Tipps rund um die Behandlung

Verstärken lässt sich der Needling-Effekt, wenn vorab ein Peeling durchgeführt wird. Ebenso könnte es sinnvoll sein, in der Woche vor dem ersten Eingriff eine keratolytische Creme (niedrigdosiert) aufzutragen.

Das Needling wirkt extrem – starke Rötungen werden die Folge sein! Lassen Sie der Haut im Nachgang viel Pflege zukommen. Wer zu empfindlicher oder trockener Haut neigt und synthetische Produkte schlecht verträgt, sollte nach dem Needling natürliche Öle wie Olivenöl oder Kokosöl einmassieren.

Microneedling wird intervallartig durchgeführt. Um die Regeneration und Gesundheit der Hautzellen zu fördern, sollte die Behandlung erst nach 14 Tagen wiederholt werden.

Um abzuklären, ob Microneedling auch bei Ihrer Reibeisenhaut hilft, lassen Sie sich am besten vorab von einem Arzt beraten.

 

Reibeisenhaut bei Kindern

Sehr viele Babys und Kleinkinder leiden von Geburt an unter der Hautveränderung. Ebenso kann es mit dem Einsetzen der Pubertät und dem Wachstum der Haare zu einem plötzlichen Auftreten von Keratosis pilaris kommen.

Wissen muss man aber, dass eine Behandlung von Kindern und Teenagern aus ärztlicher Sicht nicht empfohlen wird. Vielmehr sollten Eltern darauf achten, eine reizarme Hautpflege zu betreiben und die empfindliche Haut des Kindes nicht zusätzlich zu stressen. Häufig verwächst sich das Problem mit dem Alter.

 

Reibeisenhaut und Ernährung

Um die trockene Haut mit möglichst viel Feuchtigkeit zu versorgen, sollten Betroffene reichlich Wasser trinken und dehydrierende Lebensmittel (Kaffee, koffeinhaltige Tees, Alkohol) besser meiden.

Prinzipiell sollte eine vollwertige Ernährung, möglichst ohne Fremdstoffe, priorisiert werden. Achten Sie auf die umfangreiche Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen und ernähren Sie sich möglichst gesund.

Als mögliche Auslöser werden spezifische Enzyme in Früchten oder Gluten diskutiert. Es lohnt sich, phasenweise auf diese Elemente zu verzichten.

 

Sinnvoll könnte ferner eine gezielte Zuführung von Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D oder Zink sein.

 

Natürliche Hausmittel bei Reibeisenhaut

Eine regelmäßige Sonneneinstrahlung scheint die Symptome zurückdrängen zu können. Sorgen Sie für eine dezente Besonnung der betroffenen Hautstellen.

Um die Verhornungen abzulösen, können trockene Bürstenmassagen und regelmäßig durchgeführte Peelings helfen.

Beliebt ist ferner die Eigenurintherapie. Dabei wird frischer Harn aufgetupft. Die Tropfen bleiben auf der Haut und werden nicht abgewaschen.

 

Tipps für den Alltag

  • Auf aggressive und hautaustrocknende Seifen und Pflegeprodukte verzichten.
  • Duftstoffe (in Weichspüler, Parfüm, Duschgel) besser vermeiden.
  • Sensible und trockene Haut täglich mit natürlichen Cremes und rückfettenden Ölen einreiben.
  • Damit abgeheilte Hautareale gesund bleiben, auf eine regelmäßige Besonnung achten.