Skip to main content

Needlingroller gegen Narben – natürliche Behandlung bei Narben

Micro Needling gegen Narben vorher nachher

Auch noch nach Jahren zeigen sich Narben rot unterlaufen und klaffen wie kleine Wunden in der Gesichtshaut. Schön ist anders. Auch wulstige Wundmale zeigen dem Betrachter einen lang zurückliegenden Hautdefekt, von dem sich die Oberhaut nicht mehr erholen konnte. Deshalb bieten Dermatologen Microneedling als klassische medizinische Behandlung zur Beseitigung der unschönen Wunden an.

 

Ob von stumpfen Verletzungen oder pubertärer Akne hervorgerufen – Narben können sich ungünstig weiterentwickeln, schmerzen und wulstig werden. Durch das Microneedling jedoch kann vernarbtes Gewebe äußerlich aufgelockert und von innen heraus neu aufgebaut werden. Eine aufhellende medizinische Pflege kann zudem hilfreich sein.

 

 

 

Welche Narbenformen kann man mit Microneedling behandeln?

Eine Narbenbehandlung mittels Needling ist effektiv, kann jedoch nicht an allen Arten von Narben praktiziert werden. Die Erfahrung zeigt, dass generell alle eingesunkenen Wundmale äußerst gut vom Medical Needling profitieren. Doch man muss unterscheiden:

 

Atrophe Wundmale

Eingesunkene Male sind Verletzungen. Sie entstehen häufig dann, wenn es bei der Wundheilung zu Komplikationen kam. Auch eine falsche Narbenpflege könnte ursächlich sein. Atrophe Wundmale können beispielsweise eine typische Hinterlassenschaft von Aknepickeln sein. Man nennt solche eingesunkenen Wundmale auch Ice-pick-Narben (Eispickel). Ihnen fehlen die stützenden Kollagen- und Elastinfasern.

Effektiv behandeln lassen sie sich mit dem Dermaroller. Im Gegensatz zu ablativen Methoden (Peelings, Dermabrasion, Laser), sorgt das Nadeln der Haut für die Entstehung von neuem Epithelgewebe. Die Haut baut sich dabei von innen heraus auf. Auch das umliegende Gewebe profitiert von einem solchen Eingriff. Micro Needling bei Narbengewebe ist also gerade bei atrophischen Wundmalen ein probates Mittel.

 

Bitte beachten: Atrophe Wundmale können beispielsweise durch Verbrennungen entstehen. Das ist oft dann der Fall, wenn synthetische Textilien mit der Haut verschmelzen. Eine insoweit erforderliche tiefe Behandlung bei Verbrennungsnarben darf jedoch nicht in Eigenregie durchgeführt werden. Zu groß ist die Gefahr einer übermäßigen Kollagenneubildung mit anschließenden Verwachsungen.

 

Rote Narben

In den allermeisten Fällen zeigen rote Wundmale an, dass der Heilungsprozess noch nicht abgeschlossen ist. Wirkt die Haut rund um die frische Narbe ansonsten unauffällig und ist nicht übermäßig sensibel, kann die Narbenheilung mittels Needling verbessert werden. Wichtig ist zu beachten, dass sich nur schmale und nicht übermäßig große, rote Überbleibsel behandeln lassen. Indem das umliegende, gesunde Gewebe ebenfalls therapiert wird, kommt es zu einer starken Durchblutung und einem verbesserten Nährstoffaustausch.

 

Weiße Narben

Helle Wundmale bleiben häufig am Ende der Heilungsphase zurück. Dann haben sich die Blutgefäße zurückgezogen, parallel ist es zu einem Rückgang von Melanozyten gekommen. Solche Wundmale können in den Folgejahren bei Belastungen leicht einreißen (Narbenbruch).

Die Narbenkorrektur mittels Roller sorgt nun dafür, dass sich neue Elastinfasern bilden. Werden die kleinen Pikse genau in und um die weiße Narbe platziert, kommt es zur starken Durchblutung; Wachstumsfaktoren werden ausgeschüttet. Gerade kleine Male lassen sich wunderbar nachbehandeln. Das zeigt oft auch ein Vorher Nachher Vergleich, der gelegentlich Patientenakten beigelegt ist.

 

Brandnarben

Microneedling gegen Brandnarben

Eine Narbentherapie bei Brandnarben kann erfolgversprechend sein, wenn bestimmte Punkte berücksichtigt werden. Einerseits lassen sich nur kleine Hautareale kurieren. Große Brandmale können nicht therapiert werden. Andererseits kann das Needling gegen Narben nur dann helfen, wenn die Haut nicht zu einer übermäßigen Keloidbildung neigt. Dies sollte ärztlich abgeklärt werden.

Beim Microneedling gegen Brandnarben muss man sich auf eine mehrmonatige Therapie einstellen. Oft wird sie zusammen mit ablativen Methoden kombiniert. Auch eine medikamentöse Begleitung mit entzündungshemmenden Präparaten wird empfohlen. Es gibt spezielle medizinische Zentren, die sich auf das Needling gegen Brandnarben spezialisiert haben.

 

Welche Nadellänge bei Narbengewebe?

Narben zu reduzieren ist ein langwieriger Prozess. Gerade nach Operationen oder während des Heilungsverlaufs ist das Gewebe empfindlich. Deshalb sollte man sich bezüglich der Länge der Nadeln langsam herantasten und den richtigen Dermaroller kaufen.

 

Leichtes Narbengewebe

Die Narbenentfernung von oberflächlichen oder kleinen Wundmalen ist relativ leicht. Sinnvoll ist es, mit einem Dermaroller oder Dermapen mit einer Nadellänge von 0,5 Millimeter zu beginnen. Nach einigen Sitzungen kann dann auf ein Modell mit 1 MM langen Nadeln gewechselt werden.

Bitte beachten Sie: Wundmale im Gesicht entfernen zu wollen, ist diffizil. Es könnte sinnvoll sein, die Heilungsphase jeweils mit einem intensiven Peeling abzuschließen und erst danach wieder zu nadeln.

 

Tiefes Narbengewebe

OP Narbe vor und nach der BehandlungNarbengebilde sowie Wundmale zu entfernen kann langwierig sein und zumeist begegnet man dem Problem, dass diese Zeichnungen besonders tief verwachsen sind. Im Prinzip müsste man nun einen Dermaroller gegen Narben einsetzen, der über besonders lange Nädelchen verfügt.

Doch Vorsicht: Tiefe Verletzungsüberbleibsel sind zeitweise sensibel. Selbst wenn eine Hypästhesie vorliegt (Taubheitsgefühl) kann die Haut leicht entzünden oder unkontrolliert expandieren. Tiefes Narbengewebe sollte deshalb zunächst mit kurzen Nadeln von 1 MM, später mit maximal 2,5 Millimeter langen Nadeln therapiert werden.

 

 

Können durch Microneedling auch Verletzungen entstehen?

Der Eingriff findet immer an der Hautoberfläche statt. Einzig die Schichten der Epidermis (Oberhaut) und Dermis (Lederhaut) werden perforiert. In seltenen, schweren Fällen, auch die Subcutis (Unterhaut). Wird das Needling fachmännisch als oberflächliche Behandlung ausgeführt, ist eine anschließende Bildung so gut wie ausgeschlossen. Intaktes Bindegewebe wird nicht verletzt. Neue Narben durch Needling zu bekommen ist also höchst unwahrscheinlich.

 

Welche Wundmale können nicht behandelt werden?

Needling regt die Zellerneuerung an. Dieser grundlegend wünschenswerte Effekt kann jedoch auf dafür ungeeigneter Haut zu Problemen führen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn hypertrophes Gewebe oder Keloide behandelt werden sollen. In beiden Fällen leidet die Haut unter einer pathologischen Überproduktion von Bindegewebsfasern. Das zeigt sich durch Wulste oder auf der Hautoberfläche wuchernde Verwachsungen. Es sind also erhabene Narben.

Würde man nun das Needling bei Wundmalen einer solchen Kategorie vornehmen, zeigten sich Verschlimmerungen. Die hypertrophen oder keloiden Verletzungsrückstände würden noch weiter wuchern, und es käme zu einer verdichteten und krankhaft anwachsenden Hautschicht.